Die Folgen von künftigen Starkregen und Hochwassern sollen minimiert werden. Die Rechtslage ist zwar unverändert: eine Pflicht der Gemeinden für Hochwasserschutz gibt es nicht. Allerdings ist nur die Gemeinde in der Lage, etwas zu tun, wenn viele Grundstücke betroffen sind. Soweit möglich will der Gemeinderat dazu beitragen, dass ein hoher Schutz an vielen Stellen gewährleistet wird.
Folgende Maßnahmen sind bereits umgesetzt:
- Modellierung verschiedener Einläufe
- Sanierung der Gräben, z.B. Edelgraben
- Straßen, Feldwege und Kanäle sind repariert
- Krisenplanung ist erstellt, das Notfallhandbuch liegt seit Nov. 17 vor
- Sanierung der Verdolung in der Ziegelei in Mietingen
- Klage zum Biberabfang im Quinzgraben, Aufhofen (wurde vom Gericht abgelehnt)
- die Biberdämme im betroffenen Bereich werden regelmäßig kontrolliert
- Dürnach im Ortsgebiet Baltringen ausgebaggert, in Abständen zu wiederholen
- Dürnach im Bereich der B30-Brücke ist aufgeweitet-dadurch wesentlich mehr Abfluss
- für die Mergelgrube hat der Eigentümer des obenliegenden Ackers vereinbarungsgemäß für 2 Jahre Gras angesät, dies hat kürzlich erste Erfolge gezeigt.
- Versickerungsbecken für die Gemeindehalle Walpertshofen für die Dachentwässerung
- Es war beabsichtigt, zum Schutz des Gebiets „In der Au“ in Baltringen den Radweg an der Äpfinger Straße ca. 20-30 cm höher zu legen. Dies lässt sich leider aus rechtlichen Gründen nicht umsetzen.
- Bereich Wachtberg, Heggbacher Weg / Hochdorfer Weg in Mietingen: Von landwirtschaftlichen Flächen läuft immer wieder Wasser und Schlamm in Richtung Hauptstraße. Dort sind einige Gebäude gefährdet. Der Gemeinderat hat das Ingenieurbüro beauftragt, hier nach Lösungen zu suchen.
- Der Gemeinderat hat im Jahr 2021 beschlossen, eine weitere Starkregenkarte für Mietingen udn Walpertshofen zu beauftragen. Zuschüsse sind zugesagt, das Ingenieurbüro wurde beauftragt. Die Untersuchungen laufen, und mussten im Jahr 2025 nochmals auf neue Grundlagen vom Land BW angepasst werden. Die Maßnahme läuft auch in 2026 noch und ist noch nicht abgeschlossen.
Folgende Maßnahmen sind in Planung oder in Umsetzung:
Hochwasserschutz Dürnach: Hierfür ist der Wasserverband Rottumtal zuständig. Die Gemeinde Mietingen hat die Zuständigkeit zum 01.01.2022 von der Stadt Ochsenhausen übernommen. Die "Flussgebietsuntersuchung" ist seit Frühjahr 2021 fertig und genehmigt. Es wurde der gesamte Bachlauf genau vermessen, Wasserstände aufgenommen, Regendaten übernommen und diese 2024 nochmals aktualisiert, Schutzmaßnahmen geprüft. Das gesamte Bauprogramm wurde schon 2021 von den Behörden gebilligt. Es besteht große Einigkeit zwischen den Kommunen, also den Anliegern von Laupheim bis Biberach. Es wird koordiniert vorgegangen. Der Wasserverband übernimmt den Bau der Schutzmaßnahmen, was ursprünglich nicht klar war. Hierfür wurde die Verbandssatzung geändert, so dass es nun einen Kostenverteilungs-Schlüssel für die neuen Hochwasserrückhaltebecken gibt. Für Baltringen ist das wichtigste Becken oberhalb Maselheim. Im Juli 2021 hat der Wasserverband den Planungsauftrag und das Bauprogramm beschlossen. Leider musste nach Anforderungen von den Behörden mehrfach umgeplant werden, obwohl bereits die Abstimmungen erfolgt waren. Zuletzt wurde Ende 2025 festgelegt, dass nun statt 9 nur 6 Hochwasserrückhaltebecken gebaut werden, die hohen Anforderungen wurden herab gesetzt um die Kosten zu drücken. Die Umplanungen müssen nun noch die Gremien passieren, die Anliegerkommunen stimmen aber überein, dass die Umplanungen bereits parallel begonnen werden sollen. Die Umsetzung wird mehrere Jahre dauern, wir hoffen auf die ersten Genehmigungen noch in 2026, und auf einen konkreten Baubeginn in 2027.
Für den Kindergarten Baltringen wurde ein Evakuierungsplan erstellt. An der Brücke in der Nähe des Kindergartens kann jetzt an einer Pegellatte abgelesen werden, ab wann der Evakuierungsplan in Kraft tritt. Es wurden weitere Pegellatten an verschiedenen Brücken in Baltringen und Mietingen angebracht.
Das Gebiet östlich von Baltringen (Starkregenbecken), also nach Mietingen hin, wurde gesondert untersucht. Das Land hatte ein Starkniederschlagskonzept gefordert, das zwischenzeitlich fertig ist. Das Ergebnis ist zunächst eine Karte, die zeigt, wo wie viel Niederschlagswasser abläuft. Ab 2016 war klar: es ist ein Rückhaltebecken an der Straße nach Mietingen notwendig. Dieses wurde bereits gebaut und in 2024 in Betrieb genommen.
Für das Gebiet „Aufhofen“ wurde ein Hochwasserrückhaltebecken "Quinzgraben" gebaut. Hier musste zuvor ein Flussgebietsmodell erarbeitet, Grunderwerb getätigt, Naturschutzuntersuchungen angefertig werden. Der Hochwasserschutz wurde durch die Biberansiedlung erschwert und verteuert. Während eines ersten Starkregens hat das Becken im Juni 2024 eine erste Prüfung sehr gut bestanden und hat die Ortslage, insbesondere die Aufhofer Straße, geschützt.
Ein Einlaufbauwerk für den Tälesgraben soll künftige Aufstauungen verhindern. Das Betonbauwerk mit schrägem Gitter sorgt dafür, dass angeschwemmtes Material die Rohre nicht mehr verstopft. Langwierige Verfahren hatten auch hier den Bau verzögert, das Einlaufbauwerk ist schon länger gebaut. Leider werden bei Starkregen viel Äste und Laub angeschwemmt, so dass eine weitere Verbesserung des Einlaufs notwendig war. Inzwischen ist der Einlauf zwar nicht wartungsfrei, aber er funktioniert.
Oberhalb des Baugebiets Wasserfall und Sportgelände Mietingen kommt es bei Starkregen zu Wasserabfluss über den Tulpenweg. Die bestehenden Schächte können dieses Oberflächenwasser in manchen Fällen nicht aufnehmen. Die Lösung war der Bau einer weiteren Leitung in das bestehende Sickerbecken im ehemaligen Kiesgrubengebiet. Dies wurde inzwischen umgesetzt.
Im Baugebiet Mergelgrube in Walpertshofen lief u.a. im Jahr 2016 viel Schlamm und Wasser von hangaufwärts ins Baugebiet . Eine Lösung wurde gemeinsam mit dem Landwirt gefunden: es wurde vereinbart, dass dort für 10 Jahre eine alternative Energiepflanze angebaut wird (Donau-Silphie). Seither hat sich die Situation deutlich entschärft.
Nicht für jede Regenmenge gibt es überhaupt Lösungen. Jeder Häuslesbesitzer sollte auch selbst das Mögliche tun.
- Beispiel Benedikt-Welser-Weg in Walpertshofen
Einige Anlieger haben in den letzten Jahren über Rückstauprobleme geklagt, die immer wieder zu Schäden geführt haben. Die Kanalisation ist bei Starkregen öfters voll. Auf Anregung der Anlieger hat die Gemeinde das Dach der Gemeindehalle vom Kanal getrennt. Dies hat eine gewisse Verbesserung, aber noch keine endgültige Lösung gebracht. Rückstauklappen fehlen teilweise in den Privathäusern, dies liegt in der privaten Verantwortung. Trotzdem bleibt das Problem im Blickfeld.